
Das Celticarium ist ein komplexer, auf der keltischen Kultur basierender lunisolarer Kalender, der unsere vergessene Kultur verkörpert. Er dient nicht nur der Zeitmessung, sondern regelt auch das kulturelle und landwirtschaftliche Leben. Er besteht aus vier Kreisen. Der innere Kreis zeigt die „Grundprinzipien des menschlichen Wesens” und besteht aus sieben Symbolen, die uns Menschen definieren. Dieser Kreis ist von den Mondphasen umrahmt. Es folgt der keltische Jahreskreis, dargestellt durch acht personifizierte Gesichter, die bedeutende Sonnen- und Mondkonstellationen symbolisieren, sowie acht Symbole der menschlichen Urbilder. Der dritte Kreis zeigt Heilpflanzen und Kräuter, die heute noch in Süddeutschland zu finden sind, sowie die keltischen Runenzahlen von 1 bis 13. Der zivile Kalender orientiert sich am astronomischen Mondjahr, das durch bayerische Tiere und einen Drachen dargestellt wird. Diese stehen für die Mondmonate eines Jahres. Die vier Himmelsrichtungen werden durch Sonnen- bzw. Mondsymbole dargestellt.
Der Keltische Jahreskreis
Für unsere Vorfahren und Ahnen war der Wandel von Sonne und Mond, der Wandel der Kräfte in der Natur und im Kosmos, eingebunden in den Jahreskreis, der ihre Welt bestimmte. Alles lebt, wächst und wandelt sich nach den kosmischen Gesetzen dieses Jahreskreises. Und ein Verständnis dieser Kreisläufe bringt auch zugleich ein Verständnis für das Leben schlechthin. Man selbst war darin eingebunden und hatte seinen Platz. Jedes Fest hat seinen eigenen Geist und lässt ganz bestimmte Seelseiten in uns mitschwingen und mitklingen. Bei diesen acht Festen geht es um Erlösung, denn nur dann kann Heilung stattfinden!
In der tausendjährigen Geschichte der Kelten und in der vieltausendjährigen Geschichte der Kulturen davor gab es viele unterschiedliche Systeme der Zeiteinteilung. Je nachdem wurden die Feste an unterschiedlichen Fixpunkten festgemacht. In unserer heutigen, linearen Denkweise führt das zu vielen Verwirrungen und Meinungsverschiedenheiten. Die Kelten nannten das Sommerhalbjahr „Jahrestag” und das Winterhalbjahr „Jahresnacht”. Ihnen waren astronomische Phänomene wie die Sonnenwenden bekannt, die jedoch keinerlei Einfluss auf die keltische Kultur hatten und nicht gefeiert wurden. Den Anfang eines Zyklus bildete immer die dunkle Hälfte!
Der Monat begann immer mit dem unsichtbaren Neumond.
Der Tag begann in der Dämmerung am Abend.
Und das Jahr begann Anfang November in der dunklen Jahreszeit.
In diesem Muster wird ganz viel des keltischen Weltbildes deutlich, wo alles Sein in den Tiefen der Dunkelheit wie aus einem dunklen Mutterschoß heraus geboren wird. Der Tag entsteht aus der Nacht, genauso wie der Mond und das Licht aus dem Dunkel entsteht.
Das Weltbild war ein positives, ein Geborenwerden, kein Enden mit dem Tod und der Dunkelheit.
So, wie sich der keltische Jahreskreis darstellt, kann man ihn auch auf die Phasen des menschlichen Lebens beziehen. Es entwickelt sich zwar kontinuierlich, doch es gibt ganz bestimmte Augenblicke, da wechselt der Mensch von einer Phase in die nächste, und solche Übergänge können mit den keltischen Festen verglichen werden.
- Imbolc entspricht der Kindheit, dem Erwachen des Bewusstseins, der Hoffnung auf Gedeihen und Wachstum.
- Beltane entspricht der Jugendzeit, dem Aufbruch in eine Welt voller Abenteuer und Möglichkeiten,- der Übernahme von Verantwortung und natürlich der Partnersuche.
- Lugnasad steht für die Zeit der Reife und Ernte – die materielle Seite des Lebens sollte jetzt gesichert sein.
- Samhain stellt im Leben eines Menschen die Zeit zwischen Sterben und Geborenwerden dar.
Es gibt allerdings keine feste Regel, welches Alter nun konkret dem einen oder anderen Fest entspricht. In allen alten Kulturen gab es Übergangsriten, Einweihungsfeiern und Initiationen, die als Meilensteine der Entwicklung angesehen wurden und die die gebührende Wertschätzung erhielten. Sie dienten vor allem dazu, die Loslösung von den Dingen und Werten zu erleichtern, die auf der neuen Stufe der Reife keine so wesentliche Bedeutung mehr hatten.
Im keltischen Mondkalender durchläuft der Mond durchschnittlich alle 29,53 Tage seine Phasen von Vollmond, abnehmendem Mond, Neumond und zunehmendem Mond. Die keltischen Monate richten sich an diesen 29 bis 30 Tagen aus.
Interessanterweise werden die Monate nicht in Tagen, sondern in Nächten gerechnet. Ein keltisches Jahr beginnt mit dem Neumond um den 1. November (Samhain) und ist in 12 Mondmonate unterteilt. Da 30 mal 6 plus 29 mal 6 nur 354 Tage ergibt und somit nicht genau mit dem Sonnenjahr übereinstimmt, wird alle 2,5 Jahre ein Schaltmonat von 30 Tagen eingefügt, um den Kalender zu synchronisieren. Der Monatskalender der Kelten ist ein beweglicher Kalender, denn nicht jedes Sonnenjahr beginnt mit dem gleichen Mondstand. Nur alle 19 Jahre sind Mond- und Sonnenzyklus gleich. Dies wussten die Druiden, und auch wenn bestimmte Anlagen wie Stonehenge nicht von den Kelten erbaut wurden, so verbirgt dieser Steinkreis genau dieses astronomische Wissen.
Nach dem allgemeinen Verständnis symbolisiert der Mond das Unbewusste und damit eine Dimension von uns, die gerne übersehen wird. Man schenkt dort dem Mond nur eine flüchtige Aufmerksamkeit. Die Dimension von keltischen Tierkreisen beschäftigen sich laut Druiden mit Rest Einflüssen vergangener Leben und berührt Themen, die uns zum Großteil nicht bewusst sind – unser Schattenselbst.
In beinahe allen Mythen und Kulturen wurden Mond und Sonne als Urgottheiten erkannt oder dargestellt, deren Beziehung zueinander Rückschlüsse auf die menschliche Psyche zulässt. Eine Mondfinsternis etwa, wird zur Zeit des Vollmondes sichtbar, wenn der Schatten der Erde langsam über die Mondoberfläche kriecht. Den Mondmysterien der Druiden zufolge, birgt die dunkle Seite des Mondes eine Quelle verborgener Weisheit – der Schlüssel zu künftigem Wachstum.
Die Abfolge von Tag und Nacht oder Licht und Dunkelheit hatte für die Kelten eine sehr tiefe Bedeutung. Sie nannten den Mond übrigens nicht beim Namen, sondern „Königin der Nacht“.
Sie symbolisiert Leben und Tod. Deswegen stellt ihr Mondkalender das wechselnde Licht am Himmel, sowie den spiraligen Weg der Sonne dar, die sich im Einklang mit den Mondphasen bewegt.